Bergheim

Willkommen im Stadtteil von Ortenberg in der Wetterau

Die Basalthöhle von Bergheim

Im Jahre 1989 wurde bei Sprengarbeiten im Steinbruch eine Basalthöhle aufgesprengt. Der damalige Betreiber ist auch heute noch die Mittelhessische Hartsteinindustrie (MHI). Den Betreibern war es zunächst nicht wichtig die Naturschutzbehörde über den Fund zu informieren. So wurden die ersten 5-6 Meter bereits zu Schotter verarbeitet. Erst ca. 1 Jahr später wurden Mitglieder der Speläologischen (lat. Höhlenkunde) Arbeitsgruppe auf den Fund aufmerksam. Im Dezember 1990 wurde dann die Höhle für 1 Jahr befristet unter Schutz gestellt. Im Laufe dieses Jahres gab es bei den Wissenschaftlern unterschiedliche Auffassungen über die Bewertung des Objektes. Während die einen es als herausragenden Fund bezeichneten, stellten die MHI nahen Experten und Gutachter keine Besonderheit fest. Es wurden Stimmen laut die besagten, dass es anderswo (z. B. auf Hawaii) ähnliche Funde gäbe. Das aber die Geologie des Vogelsberges wesentlich älter ist, fiel da unter den Tisch. Ein ungarisches Forscherteam stellte fest, dass die Höhle vor etwa 10 – 15 Millionen Jahren entstanden sein muss. Bei unserer Höhle handelt es sich um eine Primärhöhle. Der Begriff Primärhöhle wird für Höhlen verwendet die gleichzeitig mit dem ihm umgebenden Gestein entstanden sind. In Bergheim war es wohl eine Luftblase, die die flüssige Lava aus dem Vogelsberg umschloss und erstarrte. Im Gegensatz dazu sind Sekundärhöhlen später durch chemisch, mechanische Verwitterung entstanden. Mit einer Länger von ca. 55m, einer Breite von ca. 32m und einer Höhe von ca. 12 m gilt sie als größte Basalthöhle Mitteleuropas. Im Nordöstlichen Teil der Höhle soll sich ein See befunden haben. Ob dieser durch die Sprengung, durch Grundwasser oder bereits seit Jahrmillionen existiert und uralte Kleinstlebewesen enthält bleibt im Dunklen. In diesem See befindet sich, ein ca. 2 m breiter und mindestens 10 m Langer Lavatunnel. Diese Lavatunnel oder Lavaröhren werden auch als Siphon bezeichnet. Vermutlich ist wohl durch diesen Tunnel das Gas gekommen was zum entstehen der Luftblase und somit zur Höhle geführt hat.

Noch bevor ein offizielles Gutachten über die Höhle vorlag, hob das Hessische Naturschutz-ministerium unter der damaligen Leitung von Jörg Jordan (SPD) den Schutz auf und gab die Höhle zum Abbau frei. Eine dauerhafte Unterschutzstellung der Höhle hätte zum Ende des Betriebes geführt oder zumindest starke Einschränkungen nach sich gezogen. Um dies zu Verhindern wurde der Eingang zur Höhle „versehentlich“ gesprengt. Nach Erweiterung des Steinbruches Richtung Büdingen wird der alte Steinbruch durch Abraum verfüllt. Mit jedem Tag wird es unwahrscheinlicher diese Höhle je wieder betreten zu können.